Pressemitteilung Ausstellung Nikolaus Moser - Verhältnisse der Farben

 

Kurztext:

 

Am Donnerstag 9. September 2021 findet von 18 - 21 Uhr in der Galerie Amart, Halbgasse 17, 1070 Wien, eine Vernissage der Einzelausstellung des Malers Nikolaus Moser statt. Die Ausstellung trägt den Titel "Verhältnisse der Farben" und präsentiert die neuesten Werke des Künstlers. Nikolaus Moser wird bei der Vernissage anwesend sein.

 

Ausgestellt werden noch nie gezeigte, aktuelle Werke in Öl auf Leinen und Papier. Die Ausstellung wird bis inklusive 13. November 2021 bei Amart zu sehen sein.

 

Biographische Daten:

 

Nikolaus Moser, geboren 1956 in in Spittal an der Drau, lebt und arbeitet in Wien.

 

Studium bei Carl Unger und Adolf Frohner an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, seit über 30 Jahren im internationalen Ausstellungsgeschäft vertreten.

 

Das Verhältnis von Nikolaus Moser zur Farbe ist vital und sinnlich – viele seiner Ölbilder entstehen auf der Alm, wohin sich Nikolaus Moser jeden Sommer zurückzieht, um aus dem Vollen schöpfen zu können. Da mischen sich mitunter Erde, Steine oder Asche unter die aufgespachtelten Ölfarben und geben den Arbeiten die Dimensionen von Reliefs, beinahe sogar von Skulpturen.

 

Nikolaus Moser lässt sich nicht einfach einer Gruppierung zuordnen und macht es doch leicht, sich auf ihn einzulassen. Gleich auseinandergezogenen Farbflächen geben seine Bilder Einblicke in die Natur. In seinen Wand-Wiesen, -Sonnen, -Meeren stehen immer Farbigkeit und Licht an erster Stelle.

Freunde und Sammler der Malerei von Nikolaus Moser beeindruckt die kompositorische Großzügigkeit des Künstlers ebenso wie seine Spontaneität, Emotionen in Bilder umzusetzen.

 

 

Christian Ludwig Attersee über Nikolaus Moser:

 

„Er braucht weder Gründer noch Vorreiter einer neuen Malerei zu sein, es genügt ihm die eigene Handschrift, um Erneuerungen der Malerei zu finden. Schwemmholz und nicht Vorhersehbares aus Alltag und Sehnsuchtsrasanz appellieren an den Betrachter, die Bilder zu betreten, sich mit ihnen förmlich zu verknüpfen. Nikolaus Moser kann auf Picassos Erzählkunst, auf Monets Farbkraft und auf Mondrians Lineal verzichten, er setzt Pinsel und Spachtel wie ein pflügendes Schiff in farbige Maläcker, und immer wieder werden auch neue gegenständliche Assoziationen freigesetzt.“

 

- Christian Ludwig Attersee

 

Dr. Karl Irsigler über Nikolaus Moser:

 

Zu den Bildern von Nikolaus Moser

von Karl A. Irsigler

Geistiger Austausch und ästhetisches Potenzial, die in der Auseinandersetzung mit Kunst frei gesetzt werden, sind Kräfte, die unser Leben nicht nur im kulturellen Kontext, sondern auch weit darüber hinaus bestimmen. Bereits vor Bestehen der Europäischen Union war es vorrangig immer wieder die Kunst, die in Staaten unterschiedlichster politischer Verfassung
ihren Freiheitsanspruch artikulierte und über Hindernisse und Grenzen hinweg je nach Notwendigkeit ebenso offen wie verdeckt Botschaften aussandte, die immer auch gesellschaftliche Verantwortung und gesellschaftliches Miteinander signalisieren.

Die Gemeinsamkeiten innerhalb der an den Rand ihres Wachstums gelangten, primär wirtschaftlich orientierten Europäischen Union von heute, begünstigen diesen selbstverständlichen, notwendigen Prozess, der sich –wie die Vergangenheit zeigt- schlimmstenfalls hemmen und verzögern , letztlich aber nie aufhalten ließ.

Das vielfältige, im Verhältnis zur Größe des Landes und der Anzahl seiner Einwohner überproportional große Potenzial bildender Kunst in Österreich unterstreicht gleichermaßen künstlerische Bedeutung wie kulturelle Präsenz. Es ist auf gutem Weg, auch über die Grenzen unseres Landes hinaus mehr und mehr einen Stellenwert zu erlangen, der dem originären und innovativen Leistungsniveau einer vitalen, von Malerei, Zeichnung, Plastik, Graphik, Objektkunst, Photographie und den elektronischen Medien geprägten Szene auch tatsächlich entspricht.

Der aus Kärnten stammende Maler Nikolaus Moser, 1956 in Spittal an der Drau geboren und seit längeren in Wien lebend, nimmt seit zwei Jahrzehnten mit seiner kraftvollen, pastos-expressiven Malerei eine Mittlerrolle ein, die den figurativ orientierten österreichischen Expressionismus eines Kokoschka, Boeckl und Gerstl mit den vorrangig nonfigurativen Bestrebungen der Neuen Wilden verbindet, die in den 1980er Jahren europaweit frischen Wind und eine rasch akzeptierte Aufbruchsstimmung in die Szene brachten.

Die für den Künstler typische Arbeitsweise in freien, die Autonomie des einzelnen Bildes betonenden Serien und Werkblöcken hat über zwei Jahrzehnte reiche Früchte getragen und das Werk des Malers in vielen Ländern Europas bekannt gemacht.

Moser studierte von 1981 bis 1988 an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien bei zwei so unterschiedlichen Lehrerpersönlichkeiten wie Carl Unger und Adolf Frohner. Er ist ein der Farbe sinnlich und vital verhafteter Maler, der aus dem Vollen schöpft. Sein kraftvoller, meist pastoser Auftrag der Farbe steht dabei den vielfältigen Überlagerungen und farblichen Differenzierungsbestrebungen keineswegs entgegen. Mosers Malerei bekennt sich zur Materialität der Farbe und den daraus ableitbaren, direkt auf den Betrachter einwirkenden visuellen und emotionalen Erfahrungen.
Die formalen und koloristischen Vorgänge, die der Künstler dabei im Sinne von Rhythmen, Schwingungen und wiederholt merkbaren Gegenläufigkeiten provoziert, stehen ebenso für expressives Kalkül wie für die große Bandbreite persönlicher Empfindsamkeit.
Innerhalb seiner periodischen, oft zyklischen Vorgangsweise setzt Nikolaus Moser auf Spontanität und Tagesverfassung, um sich –in einer Art von Trance- mit vollem Einsatz dem Ausschöpfen sämtlicher künstlerischer Möglichkeiten zuzuwenden. Für Mosers komplexe,

Vielschichtige, oftmals sehr sensible Arbeiten auf Papier trifft dies ebenso zu wie auf seine großen, landschaftlich assoziierbaren Gemälde. Es ist da wie dort eine aufwändige Vorgangsweise, deren differenzierter handwerklicher Prozess die Prinzipien des nahtlosen Miteinanders der verwendeten Farben in oftmaliger Überarbeitung deutlich macht. Bilder vor ihrer endgültigen Freigabe wiederholt zu sehen, zu testen, zu verändern, zu verbessern und zu verdichten, entspricht dem Gedanken eines fortschreitenden, erneuerungsfähigen, in größeren Zusammenhängen evidenten Werks.

 

"In der Tat hat Nikolaus Moser schwere stabile Paletten, wie man sie vom Baugewerbe kennt, präpariert, mit Papier und Kartons überzogen und in der Folge als Malgrund benutzt. Selbstverständlich entsteht eine vollkommen authentische und eigentümliche Wirkung sobald diese semiskulpturalen Werke ausgestellt sind. Die Schatten markieren durch die Wuchtigkeit und enorme Dimension des Bildträgers eine starke Distanz von quotKunst und Wahnquot. Moser strebt nach einer sensiblen und gleichzeitig agressiven Malerei. Denn was der Eine als ästhetische Kritik am makellos gemalten Bild seiner Zeit empfand, das ist für den Anderen das Ringen nach einer ungewöhnlichen authentischen Lösung, bei deren Realisierung stets neue Ufer angeschwommen werden können und auch sollen."


(Karl A. Irsigler, in: Nikolaus Moser, Dissonante Wirklichkeit)

 

 Ab 9. September 2021

 

in der Galerie Amart, Halbgasse 17, 1070 Wien

 

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Nikolaus Moser, Ohne Titel, 2021, Öl auf Leinen, 180 x 130 cm

 

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