Ramona Schnekenburger

 

 

Ramona Schnekenburger, Junge mit Fischen, 100 x 120 cm, Öl und

Bleistift auf Leinwand, 2015

 

 

Ramona Schnekenburger wurde 1980 in Schwenningen, Südwestdeutschland, geboren. Nach den Stationen Freiburg und Berlin lebt sie seit 2007 in Wien. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit betreut sie das Offene Atelier Gugging. 2009 gewann sie den St. Leopold Friedenspreis des Stiftes Klosterneuburg. Ihr Werk ist unter anderem in der Sammlung Infeld, der Kunstsammlung der Arbeiterkammer Wien, der Kunstsammlung des Stiftes Klosterneuburg und der Sammlung Roter Teppich für junge Kunst vertreten.

 

Die Arbeiten von Ramona Schnekenburger zeigen Abbildungen von Menschen und Tieren vor weißem Hintergrund. Die Tierbilder sind zumeist humorvolle Charakterstudien. Ihnen gegenüber stehen feinsinnige Menschendarstellungen.

 

Als Vorlagen verwendet die Künstlerin Fotografien, die sie auf Flohmärkten oder in Antiquariaten findet. Gelegentlich benutzt sie Teile von Bildern aus dem Internet oder selbst geschossene Aufnahmen. Nach einem langen Auswahlprozess befreit sie die Figuren aus dem Kontext und stellt sie vor das Weiß der Leinwand. So lenkt sie die Aufmerksamkeit auf den intensiv-geheimnisvollen Blick ihrer seltsam entrückten Wesen.

 

Schnekenburger arbeitet mit einer speziellen Technik, bei der sie klassische Ölmalerei mit Bleistiftelementen mischt. Die Umsetzung dauert oft Monate. In vielen Schichten wächst ein dichtes Netz aus Strukturen und erzeugt den Eindruck von Bewegung, der durch das Spiel der Muster und Falten in den Kleidungsstücken der Abgebildeten unterstützt wird. Aus der Nähe betrachtet, beginnen sich die Figuren aufzulösen.

 

Der Künstlerin geht es nicht um die exakte physiognomische Abbildung bestimmter Personen, vielmehr sieht sie in ihren Protagonisten Personifikationen allgemeiner psychologischer Prozesse. Neben Einzelportraits entstehen auch Gruppenbildnisse, anhand derer sie zwischenmenschliche Beziehungen zu analysieren scheint. Subtil und eindringlich zugleich macht sie Machtverhältnisse und Abhängigkeiten sichtbar. Die Aussparung der Hintergründe könnte man auch als Metapher für die Isolation des Individuums deuten.

 

Der Blick der Künstlerin richtet sich in letzter Konsequenz nicht auf die geschaffenen Bilder oder ihre Inhalte, sondern auf den Betrachter selbst. Das Kunstwerk wird zum Spiegel.

 

-Alexandra Kontriner

 

 

 

Ramona Schnekenburger, Hund mit Hasen, 100 x 80 cm, Öl und

Bleistift auf Leinwand, 2017

 

 

Ramona Schnekenburger, Fliegende Eule, 90 x 60 cm, Öl und

Bleistift auf Leinwand, 2016

 

 

Ramona Schnekenburger, Laufende Springmaus, 14,8 x 25 cm, Bleistift auf handgeschöpftem Papier, 2016

 

Ramona Schnekenburger, Alte Frau, 80x120cm, Farbstift auf Papier, 2011

 

 

Ramona Schnekenburger, Reiher, 120 x 150cm, Öl und Bleistift auf Leinwand, 2014

 

 

Ramona Schnekenburger, Die Familie, 120 x 160cm, Öl und Bleistift auf Leinwand, 2013