Andjé

 

 

Andjé, Der Goldene Bukephalos, Bronze, ca 60 x 40 cm, 2016

 

 

Andrzej Pietrzyk, kurz Andjé, ist ein österreichischer Maler und Bildhauer polnischer Herkunft. Andjé studierte im sozialistischen Leningrad an der Kunstakademie Repin, und in Paris, an der berühmten École Nationale des Beaux Arts. Mehrere Schaffensperioden im Ausland, 1999 bis 2002 in Berlin, weitere in Frankreich und Miami. Seit 1991 ist sein Lebens- und Schaffenszentrum sein Linzer Atelier.

Sein monumentales Werk,das er vor kurzem fertiggestellt hat- eine  Pferdeskulptur aus purer Bronze (gesamt 16 Tonnen schwer) „Der Goldene Bukephalos“, Symbol für Toleranz, Freiheit, Schönheit, Mut und Kraft - ist derzeit Zentrum seines Schaffens und ist derzeit am Wiener Michaelerplatz öffentlich zu sehen.

 

Porträtfoto Andjé von Marco Prenninger

 

Die Ausstellung in der Galerie Amart zeigt eine Werkschau rund um das Thema Pferd, dem Andjé in jüngster Zeit wegen des Goldenen Bukephalos besonders viel Aufmerksamkeit widmet. Ein besonders reizvolles Bronze-Modell (40 x 60 cm) seines jüngsten Monumentalwerks ist das Herzstück der Ausstellung. Die spektakuläre Pferdeskulptur, deren Modell bei Amart zu sehen ist, ist 4 Meter hoch, und 5 Meter lang. Alle Vorbereitungen, dieses Siegerpferd ( für das Frau Gürtler mit ihrer spanischen Hofreitschule großes Interesse zeigt) der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, laufen auf Hochtouren. „ Das Monument ist ein emotionales und mentales Trampolin für ein freieres Denken und Fühlen. Viel aus meiner Kindheit steckt in diesem Pferd: Wildheit, Kraft, Entfaltungssehnsucht und auch etwas davon, mein inneres galoppierendes Pferd zu bändigen.“ beschreibt Andje begeistert.

 

„Alles Präsentierte wird neu sein- er wird wieder überraschen“ verrät uns Dr.in Nowak-Thaller schon 2 Wochen vor der Ausstellung, die den Künstler schon seit beinah 3 Jahrzehnten kennt. Trotz riesiger Lager möchte Andjé die Ausstellung mit vorwiegend eigens für diese Schau konzipierten Werken bestücken. Einiges was Sie am 25. Juni 2016 sehen werden, riecht sicher tatsächlich nach frischer Farbe. Einladung zum Rendezvous. In der Galerie Amart. Mit Andjé. Eine Schau für alle Sinne!

 

Andjés Großer Bukephalos am Wiener Michaelerplatz - Fotos: Galerie Amart

Preis auf Anfrage

 

Ein Kunstwerk von galoppierender Leichtigkeit

Andjé über den Goldenen Bukephalos

 

Was bewegt einen Künstler, ein Pferd – viereinhalb Meter hoch und fünf Meter lang – in dieser Dimension zu fertigen?

 

Was mich fasziniert, ist die Symbiose aus Kultur und Natur, aus Mimesis und Poiesis. Ich komme aus der Tradition der Monumentalbildhauerei. Mir geht es auch darum, schier Unmögliches möglich zu machen, Handwerk und Hirnwerk, Technik und Schönheit zu verschmelzen.

 

Eine Frage, die während meines Schaffens immer wieder den Ton angab: Wie viel kann ein einzelner Mensch bewegen?

 

Stellen Sie sich vor, jeder von uns, jeder einzelne würde unsere gemeinsamen kulturellen Wurzeln stärken, Nährstoffe in unsere gemeinsamen Wurzeln pumpen, sich seiner Tradition bewusst werden. Könnten wir so nicht gestärkt in die Zukunft wachsen?

 

Vor meinen Augen taucht gerade Colleonis Pferdemonument auf, ein Urbild unserer Tradition. Doch dieses Pferd ist kaum existent in den Köpfen und Herzen unserer Gesellschaft. Schade, wir entfernen uns von unseren Wurzeln, von unserem inneren historischen Gedächtnis. Da liegt viel brach.

 

Mir geht es mit der Erschaffung des Pferdes einerseits darum, diese Wurzeln zu nähren und andererseits darum, meine inneren Wurzeln zu beleben. Das hat viel mit der Geburt, dem Geborenwerden zu tun, darum auch Nabelschnüre, Wurzelwerk, Fäden usw. Das Pferd ist aus diesem inneren Schöpferdrang heraus gewachsen, hat seine Rüstung abgeworfen, galoppiert seinem Leben entgegen. So ist es ja auch bei uns: gestärkt aus unseren Wurzeln wachsen wir dem Leben entgegen. Schade nur, wenn wir uns dieser Wurzeln nicht mehr bewusst sind.

 

Was soll die BetrachterIn nach Begegnung mit diesem Pferd mitnehmen?

 

Wer mein Pferd achtsam wahrnimmt, spürt vielleicht seine eigene Lebendigkeit und seine innere Verwurzelung. Verbindung und Freiheit. Großzügigkeit, Idealismus und Toleranz sind Wesenszüge, die das Werk ausstrahlen. Das Monument ist ein emotionales und mentales Trampolin für ein freieres Denken und Fühlen. Viel aus meiner Kindheit steckt in diesem Pferd: Wildheit, Kraft, Entfaltungssehnsucht und auch etwas davon, mein inneres galoppierendes Pferd zu bändigen.

 

Die Möglichkeit zur Umsetzung gab mir Frau Scherb. Sie wollte einen Skulpturenpark in Steyregg anlegen, ein Freilandmuseum mit zwei Pferdeskulpturen samt Reitern, große träumende Köpfe, les grandes lignes, (Inspirationsquelle waren die Bürger von Calais), Skulptur der Madame Zachanassian). Als Frau Scherb starb, arbeitete ich an der Pferdeskulptur weiter und stellte das Gipsmodell in 3 Jahren Arbeit her. Da zeigte Frau Gürtler Interesse an dem Werk und wollte es in Bronze gießen. Durch viel Engagement ist es mir gelungen, eine Linzer Unternehmerfamilie für die Finanzierung zu begeistern. Jetzt wird das große Pferd vielleicht anlässlich der Fete Imperial 2016 eine Woche vor der Hofburg ein Zuhause finden. Dann wird es sich auf eine Reise machen. Wohin, steht noch nicht fest.

 

Was war der heikelste Prozess in der Herstellung dieser Skulptur?

 

Äußere Kräfte zu mobilisieren und die innere Kraft permanent zu entflammen, das war verzehrend. Es war kräfteraubend, Begeisterte zu finden für meine Idee. Das Pferd hat immer – dafür gibt es unzählige Beispiele aus der Geschichte – den Helden gedient. Jetzt ist es Symbol heldenhaften Tuns. Es steht für die Mühen und Anstrengungen, es strahlt Werte wie Toleranz, Kraft, Schönheit aus. Das Pferd bringt aber auch die Urkraft unserer Zivilisationsgeschichte auf die Bühne. Erst das Pferd machte Mobilität möglich. Es erforderte ungeheure Pferdestärken, das alles unter ein künstlerisches Dach zu bringen: Statik (die Analyse der Statik für das Werk umfasst allein 55 Seiten), Technik, Logistik und die Koordination aller Firmen (Kunstgießereien, Rohrverleger, Betonplatten-Hersteller, Transporteure und so weiter). Es braucht viel Kraft, die Leichtigkeit des Windes und die Urkraft des Feuers Pferd werden zu lassen.

 

Der Künstler im Gespräch mit dem Germanisten und Publizisten Mag. Wolfgang Rodlauer.

 

 

Andjé, Calvaro - das braune Fohlen, Bronze, ca. 20 x 30 cm, 2008

 

 

Andjé, Zeitreise, Mischtechnik auf Leinen, 110 x 130 cm, 2016

 

 

 

Andjé, Terra Mater, Acryl auf Leinen, 240 x 160 cm, 2014

 

 

Andjé, Nothing to understand, Mischtechnik auf Leinen, 150 x 110 cm, 2016

 

 

Andjé, The Perspective, Mischtechnik auf Leinen, 150 x 110 cm, 2016